Monday, October 26, 2009

Karibu Kenya - Lisa in Mombasa


Ich habe Tansania nun endgueltig verlassen und bin seit vorgestern in Mombasa angekommen - nach einer 13stuendigen Busfahrt von Dar es Salaam. Irgendwie hat das alles viel laenger gedauert als ich dachte, ich hatte mit 8 Stunden gerechnet, was wohl auch an dem zweistuendigen Aufenthalt an der Grenze gelegen haben koennte. Dafuer hatte ich Glueck und habe ein Transit-Visum bekommen, weil ich ja nur 7 Tage da bin und weil mein Flug von Nairobi geht.

Gestern Morgen bin ich dann zur Mombasa-Altstadt gegangen und habe mich dort von einem Fuehrer durch 'Fort Jesus' und die Altstadt fuehren lassen. Mombasa selbst ist riesig mit grossen vierspurigen Strassen, doch die Altstadt hat eher StoneTown-Flair mit kleinen engen und verwinkelten Gassen, direkt am Wasser. Der Innenstadtteil von Mombasa - wenn man es denn so nennen darf - liegt uebrigens auf einer Insel, durch Bruecken im Norden und Westen und eine Faehre im Sueden mit dem Festland verbunden.

Nach der Oldtown-Fuehrung hat mich der Guide dann noch mitgenommen zum Norden Mombasas (auf dem Festland), wo er mich seinem in Deutschland lebenden Bruder vorgestellt hat, der gerade auf Urlaub in Kenia war und sich ein Haus errichtet. Der 15jaehrige Sohn aus erster Ehe, der in Frankfurt zur Schule geht, hat mich dann gleich mal stolz durch ihr schickes Haus gefuehrt und mir spaeter auch noch eine Sonnencreme fuer meine Schultern gelihene, die es dringend noetig hatten. Ich habe noch nicht von einem dunkelhautigen eine Sonnencreme bekommen und fand das lustig. Er hatte sie aber nur wegen seiner kleinen Schwester dabei, die ich, so wie die deutsche Mutter, leider nicht kennenlernen konnte.
Gestern Abend habe ich dann noch im Restaurant des Gaestehauses ein Bier ausgegeben bekommen, von einem Typen, der geschaeftlich aus Nairobi in Mombasa unterwegs war und der mich dann gleich heute noch zum Mittagessen eingeladen hat. Ein Geschenk dass er mir machen wollte und auch dass er mir zwei Naechte im Hotel in Nairobi bezahlt, habe ich dann aber doch dankend abgelehnt.

Morgen abend gegen 18h muss ich dann zum Bahnhof, um den Nachtzug nach Nairobi zu nehmen. Ich habe mir ganz dekadent ein Ticket fuer die 1. Klasse gebucht und werde mit Dinner, Fruehstueck und Bett die Fahrt nach Nairobi geniessen koennen. Nie wieder 13 Stunden im Bus sitzen! In der Nacht von Donnerstag auf Freitag geht dann mein Flieger nach Deutschland - ich glaube ich werde schneller von Nairobi in Bonn sein, als von Dar es Salaam in Mombasa.


'Fort Jesus':



Im Tempel:





Irgendwelche Ruinen im Norden Mombasas:


Tuesday, October 20, 2009

Die letzten Tage in Tansania



Ich bin wieder in Dar angekommen.
Nachdem ich meine letzten Tage auf Sansibar sehr genossen habe, habe ich mich am Samstag Nachmittag wieder auf den Rueckweg zum Festland gemacht. Hier bin ich nun also - nach einer anstrengenden Faherfaht wegen seekranken Tansanianern neben mir - seit Samstag abend wieder angekommen. Zuerst bin ich eine Nacht bei einem Maedchen untergekommen, dass ich vor Sansibar im Hostel kennengelernt hatte und die bei der GTZ arbeitet. Sie hat eine beeindruckende $1000 USD Wohnung mit drei Schlafzimmern, zwei Baedern und grossem Wohn- und Essbereich mitten in Stadtzentrum. Man kann hier also auch sehr "europaeisch" leben, wobei das Wohngebaeude Indern gehoert. Nach einer weiteren Nacht im Hostel bin ich nun etwas ausserhalb in einem Vorort Dars bei Nora untergekommen. Nora hat ihr GLEN-Praktikum in Moshi gemacht und bleibt jetzt hier, um noch ein Semester zu studieren. Sie bewohnt mit anderen deutschen Austauschstudenten ein besseres, wenn auch tansanianischeres Haus - dafuer allerdings auch wesentlich preisangepasster.

In Dar bleibe ich jetzt wohl die ganze Woche, mit dem Versuch noch Informationen ueber die Situation behinderter in Tansania einzuholen. Gestern war ich schon bei einer Oragnisation, das war aber soweit ziemlich nutzlos. Es ist eine Dachorganisation fuer Organisation, die sich fuer behinderte einsetzten. Sie haben mir dann zwar ihre Einrichtung vorgestellt, aber es gab so gut wie kein schriftliches Material, dass sie mir ueberlassen konnten und ich hoffe nun noch auf eine email von denen mit Informationen, die sie mir versprochen hatten. Hoffentlich habe ich bei meinen anderen Terminen mehr Glueck und wenn alles gut laueft, dann treffe ich Ende der Woche auch Iwona nochmal, bevor ich mich am Samstag nach Mombasa aufmache.

Hier seht ihr erstmal noch die letzten Bilder von meiner Stadtfuerung durch StoneTown und sem Sonnenuntergang von der Bar genannt "Mercury's", am Hafenufer:

Thursday, October 15, 2009

Spice Tour

Jackfruit

Heute habe ich einen Touristen-Ausflug gemacht. Zuerst waren wir auf einer Spice-Farm, wo uns unterschiedliche Gewuerze gezeigt wurden und wir auch probieren durften. Hinterher sind wir zum grossen Fruechte-Probieren gefahren, und durften all die exotischen Fruechte, von denen ich einige noch nie zuvor gesehen hatte, probieren. Anschliessend gab es ein Mittagsessen in einer Huette auf dem Boden, traditionell mit Pilau, einem tansanianischem Gewuerzreis.
Zum runden Abschluss haben wir noch den Strand besucht, waren schwimmen und sind in die Sklaven-Hoehlen in der Naehe herabgestiegen. Schrecklich!
Der Tag war trotzdem schoen und das Meer tuerkis!






Muskatnuss


Jambiani Village und Strand


Die letzten Tage war ich an der Ostkueste Sansibars, in einem Dorf, das 'Jambiani' heisst. Jambiani ist klein und es gibt nichts, ausser ein paar Lodges fuer Touristen und den Strand. Dort habe ich 3 Tage in der Sonne gelegen und relaxed.
An einem Morgen sind wir nach Kizimkazi gefahren (ein anderes Dorf an der Ostkueste), um dort die Delfine zu sehen. Man konnte sogar neben ihnen herschwimmen, was ich aber nur einmal kurz gemacht habe.
Urlaub pur!




Wednesday, October 7, 2009

Wo bitte gehts zum Meer?


Es ist nicht einfach. Nein, es ist anstrengend. Tag fuer Tag versuche ich meinen Weg durch Sansibars Gassen zur Tauschschule, zurueck zum Hostel, zum Restaurant oder einfach auch nur zum Spazierengehen zu finden und ich komme NIE an. Ich glaube ich habe es inzwischen einmal geschafft, einigermassen den kuerzesten Weg zu nehmen, wenn ich auch nicht da rausgekommen bin, wo ich geplant hatte. Ich gehe jedes Mal verlopren, es ist einfach zu undurchsichtig. Und wenn ich die grosse Moschee zum dritten Mal passiert habe, bin ich eindeutig sicher, dass ich im Kreis laufe. Richtig verloren gehen kann man allerdings nicht, denn frueher oder spaeter fuehrt das Labyrinth der Gassen doch zum Meer hinaus und von da aus kann ich dann neu starten.
Heute hatte ich meine erste praktische Tauschstunde. Nachdem ich gestern von 10-18h im Tauchcentre gesessen habe und mit Buch und DVD Theorie gelernt habe, habe ich abends dann mein theoretisches Exam zum Open Water Diver Certificate bestanden. Heute war ich denn das erste mal mit Ausruestung - Taucheranzug, Drucklckluftflasche, Brille, Flossen usw. - im Pool und habe gelernt. Einatmen, Ausatmen, Mundstueck verlieren und wiederfinden, Brille verlieren und wiederfinden und ein paar andere Dinge, die ich Unterwasser gebrauchen koennte. Morgen gehts dann das erste Mal ins Meer. Aufregend!
Ansonsten gehe ich jeden Tag schoen essen, mit Salat und Fisch. Das Beste allerdings ist der frisch gepresst Saft mit allen Fruechten, die man sich nur wuenschen kann. Mir geht es also gut hier und spaeter, wenn es schon dunkel ist, nehme ich ein Taxi nach Hause.

Monday, October 5, 2009

Sansibar!!

Heute mittag bin ich auf Sansibar angekommen.
Nachdem ich zwei Tage im Hostel in Dar verbracht habe, habe ich heute morgen den Weg zum Hafen gefunden und - nachdem ich mich mit dem Preis fuer die Faehre habe betruegen lassen - das Boot bestiegen, dass mich nach Sansibar gebracht hat. Hier bin ich in einem einfach Hostel untergebracht, das der Taxifahrer kannte (Lonely Planet aber auch) und woher er wahrscheinlich Provision bekommt, wenn er Gaeste anschleppt. So laueft das Business.
Bis jetzt habe ich ein wenig die Insel erkundigt, bin durch schmale und breitere Gassen gelaufen, mich bei der Tauchschule angemeldet und schliesslich in einem - fuer tansanianische Verhaeltnisse teurem - italienischem Restaurant mit Ozeanblick Salat und Pizza gegessen und dazu frischgepressten Saft und Campari getrunken.
Fotos gibt es leider noch keine, was nicht zuletzt daran liegt, was in Bagamoyo passiert ist...
In Bagamoyo habe ich die vergangene Woche verbracht, um dort das Bagamoyo Arts and Dance-Festival zu besuchen. Dort haben wir - Iwona, ihre Freund und ich - in einem Beach Resort in traditionellen Lehmhuetten direkt am Strand gewohnt, fuer Suesswasserfans stand aber auch ein Pool zur Verfuegung.
Von unserem Resort waren es etwa 2 km durch die Innenstadt von Bagamoyo bis zum Gelaende der Universitaet, auf dem das Festival veranstaltet wurde. Dort sind wir am Abend - nach Einbruch der Dunkelheit - dann hingelaufen, um das Abendprogramm anzusehen. So auch letzten Donnerstag. Die Haelfte des Weges hatten wir drei schon hinter uns und befanden uns Mitten in der Innenstadt von Bagamoyo, die um 8 Uhr abends schon recht verlassen war, aber hier und da waren noch ein paar Menschen unterwegs oder in Hauseingaengen oder am Strassenrand.
Pleotzlich kam aus der Dunkelheit ein Junge auf mich zugestuermt, mit erhobenem Messer und rannte und rannte und kam naeher und naeher. In dem Moment war ich mir ziemlich sicher, dass er mich umbringen wird. Also habe ich angefangen zu schreien, bin ihm ausgewichen und dabei hingefallen. Iwona habe ich auch schreien gehoert, mehr kreischen, so wie ich selbst. Was dann passiert ist weiss ih nicht genau. Vielleicht waren wir einfach zu laut oder Iwonas Freund zu gross und angsteinfloessend, auf jeden Fall hat der Junge sich umgedreht und ist weggerannt.
Gestohlen hat er nichts und es war der erste und letzte abend, an dem ich meine Kamera in einer Tasche dabei hatte. Von da an haben wir nach Einbruch der Dunkelheit immer ein Taxi genommen. Auf dem Festival habe ich zwei Maedchen getroffen, denen ein paar Tage zuvor genau dasselbe passiert war - allerdings mit Verlust der Tasche und einer Schnittverletzung am Arm - und in Dar einen Jungen aus Singapore, dem direkt sein ganzer Rucksack abgeschnitten wurde.
Dennoch, es wird Fotos geben und ich versuche gut auf mich aufzupassen, besonders wo ich jetzt allein unterwegs bin. Nachher geht ich ersteinmal mein Tauscher-Buch studieren, um morgen frueh den Test zu bestehen.
So, mailt mir oder schreibt mir SMS, damit ich mich auf meiner Reise nicht so alleine fuehle!!

Saturday, September 26, 2009

Der Abschied oder KARIBU MEHAYO!


Gestern haben wir in Mehayo meinen Abschied gefeiert. Fuer mittags habe ich ein grosses Essen gesponsort und so bekamen alle Kinder Fleisch, ein Trinkpaeckchen und eine Banane - Obst gibt es ungefaehr genauso selten we Suessigkeiten. Die gabs dann auch noch als Dankeschoen von mir, in Form eines Lollies.

Die Kinder haben fuer mich ein Lied gesungen und einer hat ein Gedicht vorgetragen, in dem mir alle eine gute Reise gewuenscht haben.
Mama Linda hat eine Rede gehalten, in der die mir fuer alle gedankt hat und auch den Sponsoren in meinem Heimatland dankt, dass sie an Mehayo gedacht und Geld gegeben haben. Anschliessend war ich dran mich zu bedanken und den Kindern Lebewohl zu wuenschen. Es war nich traurig, aber doch komisch.
Alle Kinder sind zu mir gekommen, haben mich umarmt und mir ein Geschenk ueberreicht: Eine Kitenge - den gruen-gelb-braunen Stoff, den ihr auf dem einen Bild sehen koennt - und ein Bild aus Bananenblaetter geklebt mit einer Giraffe darauf.

Anschliessend gab es Musik und alle haben getanzt und waren froehlich. Es war schoen, aber ein anstrengender Tag und heute bleibt mir, meinen Koffer zu packen und meiner restliche Kleidung beim Schneider abzuholen.
Morgen geht es auf die Reise!